Header Sommerlager JO (1)

Routen und Rösti: JO-Sommerlager im Bergell

Von: Vera Mouron und das JO-Team

16. November 2022 | Veröffentlicht in: Archiviert | Stimme der Jungen

Die Stimme der Teilnehmer…

Die Woche beginnt um 7:30 Uhr in Wädenswil. Mit Eispickel und Seil steigen wir in den Zug. Nach einer gefühlten Ewigkeit von sechs Stunden sind wir dann endlich bereit für eine erste kurze Boulder-Session mit unserem Bergführer Martin. Bei leichtem Regen entspannen wir uns danach in der Hütte.

Zur Angewöhnung an die alpine Kletterei geht’s am ersten Klettertag an den Bio-Pfeiler. Die vier Seilschaften teilten sich auf die beiden Routen Via Classica und Via Micki auf. Bei neun resp. sieben Seillängen im schönsten Bergeller Granit üben wir Friends und Keile setzen, denn wirklich viele Bohrhaken haben die Routen nicht. Der Einstieg in die Tourenwoche ist gelungen.

Am Dienstag erwartet uns ein längerer Zustieg, bevor wir in den Ostgrat des Piz Casnile einsteigen können. Auch in dieser Route müssen wir mit Friends und Keilen grösstenteils selbst absichern. Wir steigen am kurzen Seil ab, was noch einmal hohe Konzentration fordert.

Noch leicht verschlafen machen wir uns um 6:45 Uhr auf den Weg in Richtung Vergine Al Gal, 90 Minuten von der Hütte entfernt. Leicht verschwitzt und bei steigendem Nebel klettern wir am Fusse des Grates los. Die Überschreitung des Grates birgt einige trickreiche Stellen. Nach zwei Mal Abseilen und einer halben Stunde Abstieg gelangen wir zur Staumauer, wo wir uns leider von Malin verabschieden müssen. Unsere Bergchefs Muriel und Michael brechen jedoch mit uns zu einem unglaublichen Rest day auf. Auf der Seeplatte, nicht weit von der Hütte, bewältigen wir die 5b-Route gekonnt. Und was wäre ein Rest day ohne eine leckere Rösti? Wie geniessen danach ein Nickerchen, um für den Rest der Woche fit zu sein.

Am Donnerstag steht die Punta da l’Albigna auf dem Programm. Alle drei Seilschaften entscheiden sich für die etwas längere und schwerere Route «Steiger». Möglichst effizient soll es heute ablaufen, denn 20 Seillängen liegen vor uns. Robin und Vera starten, gefolgt von der Dreier-Seilschaft Martin, Muriel und Michael sowie Yanik und Isabel als Schlusslichter. Nach fünf Stunden wunderschöner, flowiger Kletterei erreichen wir den Gipfel. Getrieben von der Lust auf eine Rösti kommen wir noch vor 15 Uhr in die Hütte zurück. Bei einem kühlen, erfrischenden Flussbad lassen wir den gelungenen Tag ausklingen.

Am zweitletzten Tag beim Zustieg zum Pizzo Frachicchio hoffen wir, pünktlich zur Rösti vor drei Uhr nachmittags wieder auf der Albigna zu sein. Vera hat an diesem Morgen mit Fieber zu kämpfen und kehrt früher zur Hütte zurück, wo sie gut umsorgt wird. Währenddessen starten Yanik, Isabel und Robin in Martins Route Via Margün 6c. Obwohl die Tritte noch etwas sandig sind, kommen sie mit Vorsteiger Yanik schnell voran. Als sich zwei Holländer nähern, wird sogar noch einmal ein Gang zugelegt. – So ist Team Stark bereits am Nachmittag wieder bei der Hütte zurück und hat sogar noch Zeit fürs Bouldern.

Die zwei Bergchefs Michael und Muriel nehmen sich zusammen mit Bergführer Martin die Schildkröte (6a) vor. Mit plattigem Einstieg wird die Route in den oberen Seillängen sehr athletisch, und für die dreizehn Seillängen und den Rückweg brauchen wir viel länger als gedacht. So entpuppt sich der letzte Tag entgegen den Erwartungen als längere und schwierigere Tour als die Punta da l’Albigna. Die Schildkröte ist aber zurecht als Klassiker vermerkt, denn die Tour ist unglaublich schön und auf jeden Fall die Anstrengung wert.

Heireis, oh nei! Hüt isch s Lager scho verbi. Am Morge simer no go buldere, zum di letschti Chraft und s letschte bitzli Fingerhuut ufzbruche. Dän hämer na e Rösti gässe i de Hütte und scho simmer ab ufs Posti. Was für e grossartigi Wuche!

Leiterin: Vera Mouron

Bergführer: Martin Ruggli

Teilnehmer: Muriel Schön, Isabel Müller, Yanik Alig, Robin Burri, Michael Tartak, Malin Hohl

Klicke auf das erste Bild, um die Bilder als Diaschau aufzurufen.