KiBe

Lage(r)bericht Frühlingsklettern KIBE

Von: Gunter Karpf

11. Juli 2024 | Veröffentlicht in:

In diesem Bericht möchte ich aufzeigen, mit welchen „Problemen“ man in einem solchen Lager konfrontiert sein kann. Den Bericht von der Homepage kennen einige sicher schon.

In den letzten Jahren hatten wir meistens Wetterglück und konnten manchmal sogar baden gehen. Dieses Mal hatten wir zumindest für drei Tage Sonnenschein.

Isabel, die 16-jährige JOlerin, ist zum ersten Mal als Leiterin dabei. Zum Glück hat meine Freundin, die als OP-Schwester arbeitet, an diesem Wochenende frei. Sie kommt als dritte Leiterin mit und da sie sehr gut klettert, haben wir jemanden, der die schweren Routen mühelos vorsteigen kann.

Ich bin sehr froh, dass wir zu dritt sind und beim Klettern auch auf die verschiedenen Niveaus eingehen können. Kinder lassen sich leicht ablenken und können die Risiken des Kletterns nicht immer einschätzen. Sie vertrauen beim Klettern auf uns Leiter und unsere Einschätzung. Ein Kinderkletterlager bringt immer eine große Verantwortung mit sich, und ich bin jedes Jahr heilfroh, wenn alle ohne Blessuren nach Hause kommen.

Dieses Jahr konnte ich den IWS-Bus noch reservieren, nächstes Jahr gibt es den leider nicht mehr. Mit neun Kindern im Bus starten wir am Dienstagmorgen in Wädenswil. Im Tessin zelten wir auf dem Campingplatz in Ponte Brolla. Nach dem Aufbau der Zelte gehen wir zur Tegnaplatte zum Einklettern und anschließend in den Ostsektor zu den steileren, leichteren Routen.

Am Mittwoch sind wir dann in Contra, einem neueren, steilen, griffigen Klettergarten. Die Routen sind mehrheitlich im Bereich 5b-6c+. Am Vortag hatte ich alle gefragt, wie sie sich selbst einschätzen. Das war sehr interessant: Die Jungs lagen alle im Bereich 6b-7a, die Mädchen eher bei maximal 6b.

Im Klettergarten zeigte sich dann die Realität. Wenn man mehrheitlich in der Halle klettert, kommt man draußen manchmal auf die Welt. Die Mädchen schätzten sich ziemlich realistisch ein, bei den Jungs sah das etwas anders aus…

Zum Abendessen haben wir an diesem Abend auf dem Campingplatz gegrillt. Am Vortag gab es Pizza aus der Zeltplatzpizzeria.

Für den nächsten Tag habe ich eine Mehrseillängenroute geplant. Da wir mit vielen Seilschaften unterwegs sein würden, wollte ich unbedingt eine Route mit Fußabstieg wählen. Das Abseilen mit 12 Personen ist sehr aufwendig und schwer kontrollierbar.

So klettern wir zwei Routen in Torbecchio. Melissa und Isabel klettern jeweils mit zwei Kindern im Nachstieg, während Alina Streiff und Jan Backers als Erfahrene vorsteigen. Elio steigt bei mir vor, ich klettere mit Alexander Senn und Lilith Specht hinterher. Silvano Gilardi und Dominik Siegle klettern als separate Zweierseilschaft. Soweit so gut. Da es am Einstieg sehr heiß ist, klettern wir alle im T-Shirt. Ich sage auch nicht, dass sie Jacken mitnehmen sollen. Je höher wir kommen, desto stärker bläst der Südföhn. Am Ende sind wir froh, als die vier, eigentlich schönen, Seillängen vorbei sind. Wir flüchten über den Fußabstieg in die Wärme am Wandfuß.

Abends gibt es nochmal Pizza am Campingplatz. Da es am nächsten Tag regnen soll, entschließen wir uns, am Morgen nach Hause zu fahren und in Wädenswil in die Halle zu gehen.

Im Gaswerk spricht mich dann der Hallenbesitzer Patrick Hilber an. Er ist positiv überrascht, wie gut unsere Gruppe sichert und klettert. Auch ich bin überrascht, wie motiviert alle klettern. Nach vier Stunden muss ich das Klettern aktiv beenden.

Trotz aller Verantwortung und Arbeit hat mir dieses Kletterlager viel Spaß gemacht, vor allem, weil die Kinder motiviert waren. Auch was das Essen und die Unterkunft anging, waren sie sehr „pflegeleicht“.

Der einzige Punkt, der mich von Tag zu Tag mehr aufgeregt hat, war der Handykonsum. Ein Problem, das wahrscheinlich alle Lager (und Eltern) kennen. Auch wir Erwachsenen sind in diesem Fall kein gutes Vorbild. In anderen Lagern habe ich das nicht so wahrgenommen. Tagsüber wurde geklettert und am Campingplatz wurde gespielt (Fußball, Karten, alles Mögliche). Abends waren sie auch mal am Handy, aber nicht ständig wie in diesem Jahr.

Ich habe lange überlegt ob ich dieses Thema im Bericht erwähne. Ich denke aber, dass auch andere Jugendleiter von meinen Erfahrungen profitieren können und sie in ihre Planung mit einbeziehen. Ich war sicher auch etwas unerfahren was dieses Thema betrifft und als ich es realisiert habe war es zu spät.

Mein Fazit für ein nächstes Lager? Ich weiß es noch nicht. Einzelne Organisationen verbieten anscheinend Handys in Lagern. Auf jeden Fall werde ich mal bei Eltern oder Lehrern nachfragen, was da am besten hilft.

Abschließend möchte ich mich vor allem bei Francesco und allen KIBE Leitern bedanken. Durch ihre regelmässige Arbeit im Montagstraining ist das Kletter- und Sicherungsniveau so gut!

~ von Gunter Karpf